Magazin
Der Greif ist ein Projekt für zeitgenössische Fotografie und Literatur mit Schwerpunkt Fotografie und richtet sich an Menschen mit Affinität für Bild und Text.
Der Greif ist zugleich Print-Magazin, Online-Plattform, Kurationsteam und Gemeinschaftsprojekt für und mit Fotografen und Autoren aus der ganzen Welt.
Künstlerisches Herzstück und Ursprung des Projektes ist das gedruckte und werbefreie Magazin. Hier werden die Arbeiten von Fotografen und Autoren unterschiedlichster Herkunft in einem Gesamtwerk präsentiert.
Die Webseite ist Ausstellungs-, Kommunikations- und Informationsplattform für Teilnehmer und Interessenten. Sie beinhaltet Informationen zum Magazin, veröffentlichte Künstler und Förderer, einen Online-Shop, sowie einen Blog. Teilnehmende Künstler werden in Artist-Features vorgestellt und haben die Möglichkeit, auf dem Blog zu posten.
Das Greif-Prinzip
Das Prinzip des Magazins basiert auf der Kombination fotografischer und literarischer Arbeiten verschiedener (Bild-)Autoren. Hierbei werden einzelne Fotografien und Texte durch die Redaktion von Der Greif kombiniert und so in einen gemeinsamen neuen Zusammenhang gebracht. Die einzelnen Ausgaben unterstehen keinen vorgegebenen Überthemen – diese entstehen erst während der Kurationsphase. Die Kombination und das daraus resultierende Gesamtwerk, das einem Buch näher steht als einem herkömmlichen Magazin, sind Kern und Besonderheit von Der Greif. Das Magazin ist demnach kein Portfolio-Magazin, sondern entsteht aus einer Fülle an Arbeiten verschiedenster Künstler.
Facts
Das Magazin wird großformatig (24,5 x 34,5 cm) in einer Auflage von 2000 Exemplaren produziert, jedes Stück ist nummeriert. Seit der Gründung des Magazins haben Interesse und Aufmerksamkeit, sowie dessen Verbreitung stetig zugenommen. Für die fünfte, aktuelle Ausgabe wurden von ca. 600 Fotografen und Autoren aus 41 Ländern über 4000 Arbeiten eingereicht. Der Greif ist unter anderem bei Printed Matter und McNally Jackson Bookshops in New York, in den Deichtorhallen in Hamburg, bei DoYouReadMe? in Berlin, bei Artazart in Paris, in der Buchhandlung Walther König und bei Schaden Books in Köln und im Museumsquartier in Wien, sowie bei Soda Books und der Hans Goltz Buchhandlung in München und über diverse Online-Shops und die Magazin-Website erhältlich.
Kuration & Gestaltung
Für den aufmerksamen Betrachter wird die intensive Auseinandersetzung und feinfühlige Kuration der eingesendeten Arbeiten, deren Ergebnis die Grundstimmung des Magazins bildet, spürbar. Die physische Ausstellungsfläche des Magazins lässt durch ihre Gestaltung so viel Raum, dass der Fokus des Betrachters sich auf das sensible Zusammenspiel der Fotografien und Texte richtet. Fragen nach Autorenschaft, Themen der einzelnen Künstler, sowie theoretischem Diskurs werden durch die Emotionen der Betrachter abgelöst. Es tritt ein neuer Raum in Erscheinung: Die Fantasiewelt, die das Kunstwerk Der Greif durch seine neu kombinierten Inhalte eröffnet. Dadurch füllt der Betrachter das Magazin mit immer neuen, eigenen Emotionen – so entsteht eine einzigartige Aura.
Teilnahme
Fotografen und Autoren aus allen Teilen der Welt reichen über das Upload-Formular auf der Website ihre Arbeiten ein. Nach einer Registrierung erhält jeder Teilnehmer Zugang zu seinem Account. Darüber hat er während den Einreichungsphasen Zugriff auf seine Arbeiten, kann diese editieren, löschen und austauschen. Da die einzelnen Ausgaben nicht auf bestimmte Themen fokussiert sind, können grundsätzlich Fotografien und Texte aller Arten eingereicht werden.
Künstler
Die teilnehmenden Künstler lassen sich auf das außergewöhnliche Konzept des Magazins ein. Durch ihr Vertrauen in die Redaktion und deren sensible Kuration und Kombination ihrer Arbeiten entsteht eine einzigartige Form der Zusammenarbeit, die in einem Gesamtkunstwerk – dem gedruckten Magazin – mündet. Eine vertiefte Präsentation ausgewählter Künstler und ihrer Arbeiten findet in Form von Artist-Features auf der Website statt.
Website
Im Gegensatz zum zweimal jährlich erscheinenden Magazin, bietet die Schnelligkeit und Aktualität des Netzes uns die Möglichkeit, die einzelnen Künstler, deren Arbeiten im Magazin gezeigt werden, eingehender vorzustellen. Dies geschieht durch wöchentliche Artist-Features der Fotografen. Dabei werden in Absprache mit den jeweiligen Künstlern Arbeiten präsentiert und kommentiert. Während des Features verfügen die Künstler über die Möglichkeit, Guest-Posts auf der Seite zu veröffentlichen und so einen tieferen Einblick in ihre Arbeitsweise, Inspirationsquellen und persönliche Hintergründe zu geben.
Finanzierung
Um die Spannung zwischen den Arbeiten und die dadurch entstehende Stimmung nicht zu beeinträchtigen und den eingereichten Arbeiten bestmöglich Raum zu bieten, verzichten wir auf Anzeigenwerbung im Magazin. Da Der Greif jedoch vom Verkauf des Magazins allein nicht finanzierbar ist, sind wir auf Unterstützung von Sponsoren und Förderern – Unternehmen, Organisationen und Privatiers – angewiesen. Anstatt klassischer Anzeigenwerbung im Magazin, haben wir sinnvollere und zeitgemäßere Kooperations-Möglichkeiten entwickelt. Unsere Unterstützer werden im Impressum der jeweiligen Ausgabe genannt, sie erhalten die Möglichkeit, ihr Logo auf unserer Website/Social-Media-Plattform zu platzieren und in speziellen Vorstellungen ihre Beweggründe für die Unterstützung des Projekts zu erläutern. Hiermit zeigen sie ihr Unternehmen, bzw. sich als Privatperson in sympathischer Nähe und positionieren sich als Kulturförderer. Zusätzlich wird durch diese Form der Präsentation ein größeres Publikum erreicht, außerdem sind Interaktionsmöglichkeiten wie beispielsweise über Facebook und Twitter gegeben. Dadurch entsteht eine neue Form von Werbung, die weniger auf Quantität, sondern vor allem auf Qualität und Sympathie, sowie Mündigkeit des Konsumenten setzt.
THEORETISCHER DISKURS
In der Arbeit am Magazin und an der Website reflektiert die Redaktion verschiedene sozio-kulturelle Themen und verarbeitet diese künstlerisch. Die Redaktion sieht in der Koexistenz von Digital und Analog die Zukunft von Printmedien: Digitale Medien sind bezüglich ihrer Aktualität nicht zu übertreffen, wohingegen das haptische Erlebnis des gedruckten Magazins eine direktere, emotionale Erfahrung ermöglicht. Die Präsentationsform von Fotografie und Poesie im Magazin reflektiert kritisch die gängige Portfolio-Präsentation im Medium Buch bzw. Magazin, indem sie unterschiedliche Arbeiten verschiedener bereits etablierter aber auch noch unbekannter Fotografen und Autoren miteinander in einem sensiblen Layout kombiniert, das intensiv auf die einzelnen Fotografien und Texte eingeht und zwischen diesen neue Bezüge schafft. In einer immer schnelllebigeren Welt, in der das Medium Fotografie allgegenwärtiges, meinungsbildendes Massenphänomen ist, bildet Der Greif einen Gegenpol und fordert den Betrachter zum Innehalten und Erleben auf. In einem kuratierten, hochwertigen Blog und im – in limitierter Auflage gedruckten – Magazin, das konzeptionell einem Buch sehr nahe steht, bietet Der Greif durch die Art der Präsentation und die Auswahl des Inhalts eine Alternative zur vorherrschenden Reizüberflutung und Beliebigkeit vieler Print- und Online-Publikationen.

